Karmelitinnenkloster
St. Teresa Weimar

Neugründung

Teresa v. Avila

Im 16. Jahrhundert gründete Teresa von Avila (1515 – 1582) unterstützt durch Johannes vom Kreuz (1542 – 1591) einen neuen Ordenszweig, den „Unbeschuhten Karmel“ und gab ihm eine eigene spirituelle Prägung.
Teresa war 1535 in den Karmel von der Menschwerdung in Avila/Spanien eingetreten. Im Laufe der Jahre hatte sie immer wieder das Leben Jesu meditiert. Sie sah, dass Jesus in innigster Beziehung zu Gott, seinem Vater lebte und sich zugleich ganz den Menschen zuwandte - und das in allen Phasen seines Lebens - bis zum Tod. Der auferstandene Christus wurde ihr Freund, mit dem sie in intensiver persönlicher Beziehung lebte. Für sie wurde das ganze Leben ein Leben mit Gott. So sagte sie ihren Schwestern: „Christus ist auch in der Küche, mitten zwischen den Kochtöpfen“.
So wird klösterliches Leben ein „geerdetes“ Leben, das sich in aller Ehrlichkeit Gott zur Verfügung stellt und die Anliegen und Nöte der ganzen Menschheit in das eigene „Stehen vor Gott“ und die Freundschaft mit Ihm hineinnimmt. Auch das gemeinschaftliche Leben mit seinen Herausforderungen ist hier von unschätzbarem Wert.

Johannes vom KreuzJohannes vom Kreuz betont, dass geistliches Leben ein Reifungsprozess ist, auf den sich der Mensch einlassen muss. Es geht darum, immer wieder Altes loszulassen, zu lernen und umzulernen und ein liebesfähiger Mensch zu werden, auch durch schmerzhafte Perioden hindurch, in denen scheinbar nichts und niemand mehr da ist (dunkle Nacht).

Der Karmel hat viele herausragende Gestalten hervorgebracht, die auch heute noch unser spirituelles Leben mit prägen. Die bekanntesten sind, neben Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz, Therése von Lisieux (1873-1897 ),   Elisabeth von Dijon (1880-1906) und Edith Stein (1891 – 1942).

Edith Stein (1891 - 1942) ist eine Heilige unserer Zeit. Sie stammt aus einem jüdischen Elternhaus und studiert Philosophie. Eines ihrer bekanntesten Worte lautet: "Wer die Wahrheit sucht, sucht Gott - ob es ihm klar ist oder nicht." 
Nach langer, redlicher Suche findet sie ihren Weg zum christlichen Glauben und läßt sich im Alter von dreißig Jahren taufen. Viele Jahre arbeitet sie als Lehrerin in Speyer. Aus dieser Zeit stammt ihre Aussage: "Es ist im Grunde nur eine kleine, einfache Wahrheit, die ich zu sagen habe: Wie man es anfangen kann, an der Hand des Herrn zu leben."
Im Jahre 1933 tritt sie in den Kölner Karmel ein und erhält den Namen Teresa Benedicta a Cruce- die vom Kreuz Gesegnete.
Im August 1942 wird sie mit ihrer Schwester Rosa und vielen katholisch getauften Juden Hollands verhaftet und wird am 9. August 1942 in der Gaskammer von Auschwitz -Birkenau ermordet.